Chiyoko Ryunokai
Welt: Star Wars Galaxies (MMORPG) Klasse: Imperialer Trooper mit geheimer Sonderfunktion bei der Inquisition Rasse: Mensch (Arkanian Ofshoot) Alter: 19 Augenfarbe: Eisblau Haarfarbe: Weißblau Größe: 177 cm Gewicht: 60 kg
Charbackground:
Ru'ala Shatran ist die Tochter einer Arkanischen Ofshoot namens Arlenara Shatran. Kurz nach ihrer Geburt wurde sie von einem Mann entführt. Man vermutet den Vater dahinter. Arlenara und auch Ru'ala waren Teil einer groß angelegten Experimentenreihe des Arkaniers Zarak Kel'daren. Seine Experimente und Forschungen in der Genetik bewegten sich weit hinter der legalen Grenze und das Imperium lies ihn hinrichten und seine Forschungen beschlagnahmen. Arlenara verschwand zu diesem Zeitpunkt ebenfalls, es gibt allerdings Hinweise, dass sie sich bis zuletzt in einer geheimen imperialen Einrichtung befand.
Ru'ala wuchs indes auf Ryuuten als Mitglied des Clans der Ryunokai auf. Sie wurde in deren Kultur erzogen. Aufgrund ihrer Andersartigkeit hatten ihre Ziehgroßeltern ihr immer nahegelegt, ihr Aussehen anzupassen, um nicht aufzufallen. Man lies sie glauben, sie hätte eine Pigmentkrankheit, weshalb sie weiße Haare und fast farblose Haut hatte. Das Volk auf Ryuuten war Fremden gegenüber sehr mißtrauisch und blieb lieber unter sich. Aufgrund Ryuutens eher niedrigem Technologiestands war der Planet auch für den Rest der Galaxis uninteressant, seine sehr abgelegene Lage tat sein übriges. Das Volk der Ryuuten war ein eher hellhäutiges Volk mit dunkel bis schwarzen Haaren und hochgewachsener Gestalt.
Als Ru'ala, die ihren wahren Namen nicht kannte und von allen Chiyoko genannt wurde, volljährig wurde, gab es immer mehr Unstimmigkeiten unter den Clans. Ryunokai, der Clan unter dem Ru'ala lebte, hatte bis zu diesem Zeitpunkt die Führung von Ryuuten inne, war aber durch die Ränkespiele der anderen Clans immer mehr unter Beschuss geraten, obwohl sie immer nur das Beste für das Volk getan hatten. Takeru, Ru'alas 'Entführer' und Vater spürte eine große Gefahr und schickte Ru'ala auf eine geheime Mission. Kurz darauf wurde der Clan bei dem hinterlistigen Angrif mehrerer verfeindeter Clans beinahe komplett getötet oder gefangen genommen. Takeru, der den Clan der Ryunokai bis dahin geleitet hatte, verschwand. Als Ru'ala von ihrem Auftrag zurückgekehrt war, war ihr Heim in Trümmern. Sie beerdigte die Leichen ihres Clans mit grimmiger Entschlossenheit und da sie ihren Vater nicht unter ihnen fand, begann sie damit, ihn zu suchen. Schnell mußte sie feststellen, dass von ihrem Clan nicht viel übrig war und die Gerüchte über die Hinrichtung ihres Vaters machtne ihr zu schaffen. Sie hatte nun niemanden mehr und entschloss Ryuuten zu verlassen, da sie dort nun ebenfalls eine Geächtete war. Es war ihr gelungen, mit einem der wenigen Handelstransporter, die manchmal Ryuuten besuchten, zu fliehen. Sie landete auf einer imperial administrierten Welt. Da sie nicht wußte, was sie nun tun sollte, trat sie in die imperiale Armee ein.
Kurzgeschichte: Prüfung
Chiyoko musterte den violetten Kristallobelisken genau. Sie schätzte ihn auf etwa sechs Meter Höhe und siebzig Zentimeter Breite. Das durch ihn hindurchfallende Licht wurde durch seine Struktur noch diffuser, als es ohnehin schon war und tauchte die Halle in ein seltsames Licht. Die junge Frau streckte ihre rechte Hand erführchtig nach vorne und berührte den glatten Kristall mit den Fingerspitzen. Trotz ihrer Handschue spürte sie eine eisige Kälte von der Oberfläche ausgehen und zog ihren Arm ruckartig zurück. Während sie den Kristall betrachtete, wiederholte sie in Gedanken ihre Aufgabenstellung und bis sich dabei auf ihre Unterlippe, bis sich diese dunkelrot färbte. Dann wendete sie sich aprubt ab und verließ die Halle, um den langen Gang, der sie aus der Zitadelle Inquisitorius herausführen würde, zu folgen.
Sie erreichte die gewölbte Eingangshalle, die mit Fackeln ausgeleuchtet war. Die Wände waren dunkel und furchteinflößend und bei genaurem betrachten konnte man in sie eingearbeitete Bilder und Muster erkennen. Sie alle schienen ihre eigene, düstere Geschichte zu erzählen und Chiyoko verlor sich beinahe in den faszinierenden Arbeiten. Am Tor standen zwei beinahe gesichtslos wirkende Männern in dunkelroter Kleidung, die die junge Frau stumm musterten. Sie gab sich einen Ruck und ging auf die beiden zu, doch bevor sie etwas sagen konnte, begannen sie das schwere Tor für sie zu öffnen. Sie atmete tief durch und verließ den dunklen Turm und erkannte selbst auf den Toren unscheinbare Reliefs. Doch sie hatte keine Zeit, diese genauer zu betrachten, wunderte sich aber, weshalb sie ihr bei ihrer Ankunft nicht aufgefallen waren. Sie trat auf das Plateau, dass sich vor ihr erhob, währen die Tore hinter ihr geräuschvoll geschlossen wurden. Chiyoko blickte in die rötlich bis schwarze Felsenlandschaft von Prakith, die sich vor ihr bis in den Horizont erstreckte und erschauderte. Es gab keine Wälder, keine Seen, nur Fels und Gestein, so weit das Auge blicken konnte. Die schiere Endlosigkeit ließen Chiyokos anfängliche Euphorie schnell zu Unsicherheit werden. Langsam blickte sie an sich selbst hinab und ihr wurde schmerzhaft klar, wie schwer das auf sie Zukommende werden würde. Sie war nur mit ihrer roten Robe, schwarzen Stiefeln und Handschuhen bekleidet. In der linken Hand hielt sie die Karte und den Kompass, das einzigste, was Inquisitor Threadstone ihr mitgegeben hatte. Langsam wünschte sie sich, die nacht zuvor doch geschlafen zu haben, doch die Aufregung hatte sie wachgehalten. Auch jetzt fühlte sie sich noch fit, doch das würde sich vermutlich bald ändern. Ein eisiger Wind pfiff ihr um die Ohren und ihr wurde klar, dass sie keine Zeit mit rumstehen verschwenden sollte. Jetzt wurde ihr erst so richtig klar, was sie nun war: Sie war alleine und auf sich gestellt. Sie ballte die Faust der freien Hand und nickte sich selbst entschlossen zu, sie würde nicht aufgeben und nicht versagen. Sie war erst in diese vollkommen neue und faszinierende Welt gelangt und wollte diese auf keinen Fall so schnell aufgeben oder verlieren.
Chiyoko entrollte die Karte und suchte sich Ort und Position des Turmes und des Zielgebietes, einem Berg etwa siebzig Kilometer in nordwestlicher Richtung. Als sie diese gefunden hatte, suchte sie sich den günstigsten Weg, den ihr die Karte aufzeigte heraus und begann, nachdem sie sich die Richtung mit dem Kompass ausgelotzt hatte, in einem zügigen Laufschritt, den noch recht gut begehbaren Pfad im Fels entlang zu laufen. Sie passte ihren Atem ihrer Geschwindigkeit an und lief den ganzen Vormittag mit kleineren Pausen in das Zal hinab. Gegen Mittag wurde das Gelände immer unberechenbarer und kantiger. Sie nahm sich einen Moment Zeit, um sich mit Hilfe der Karte und das Kompasses neu zu orientieren. Vor ihr befanden sich tief zerklüftete Schluchten und Hügel, deren spitze Kanten unheilvoll in den Himmel ragten. Die junge Frau erkannte, dass sie die nächste Zeit nur kletternd vorankommen würde und fluchte, da sie damit wertvolle Zeit verlieren würde, doch es führte kein Weg daran vorbei. Noch spürte sie die Kälte, die der eisige Wind aus Norden mitbrachte, nicht, denn die Kletterei lies sie gut schwitzen. Immer wieder schnitt sie sich Arme und Beine an den scharfen Kanten des Gesteins auf, doch sie setzte ihren Weg mit grimmiger Entschlossenheit fort. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Chiyoko die erste große Schlucht überwunden und spürte langsam, wie sie das kräfteraubende Klettern hungrig gemacht hatte. Sie blieb einen Moment stehen und schloss die Augen, um zur Ruhe zu kommen. Sie versuchte ihren rebellierenden Magen, der nach Nahrung und Wasser schrie, zu ignorieren. Irgendwann gelang es ihr, das nagende Gefühl zu ignorieren. Sie blickte um sich, während der Wind ihr dunkles Haar zerzauste und ihr ins Gesicht blies. Ihre Lippen waren inzwischen trocken und spröde und Müde leckte sie sich unbewußt über diese. Sie überlegte, wie lange sie nun schon unterwegs war, doch sie hatte ihr Zeitgefühl längst verloren. Da es aber noch nicht dämmerte, vermutete sie, dass es später Nachmittag sein mußte.
Chiyoko entdeckte eingie flache Felsen, die sie zum Sitzen einluden und sie stapfte langsam darauf zu. Kurz bevor sie sich hinsetzte, hielt sie in ihrer Bewegung inne. 'Nein Chiyo!' murmelte sie sich selbst zu, 'Wenn du dich jetzt hinsetzt, stehst du nicht mehr so schnell auf...' Seufzend erkannte sie, dass sie beinahe einen schweren Fehler begangen hätte und richtete sich wieder auf. Sie zog die Karte aus dem Gürtel und suchte ihre ungefähre Lage, um sich anhand der jetzigen Umgebung den günstigesten Weg zu ihrem Ziel zu suchen, denn sie hatte festgestellt, dass die Karte in manchen Dingen nicht so genau, wie sie gehofft hatte, war. Sie dachte zurück an die Wälder von Nechera, in denen ihre Heimatstadt Sachikato lag. Dort hatte sie sich immer sicher und geborgen gefühlt. Die Gerüche und Laute des Waldes, die Farben des Himmels, der weiche Boden unter ihren Füßen. Die unfreundliche, karge Felsenlandschaft von Prakith waren ihr so unglaublich Fremd, dass sie beängstigend auf sie wirkten. Nie hätte sie geglaubt, solche Emotionen und Eindrücken ausgesetzt zu sein und erschauderte. Sie prüfte die Richtung noch einmal mit dem Kompass und steckte sich die Karte in den Gürtel zurück. Sie setze ihren Weg, der beständig aufwärts über spitze Felsen führte, fort. Sie begann ein altes Lied ihrer Heimat zu singen, um sich abzulenken und wieder Kraft und Zuversicht zu erlangen. Doch nach einger Zeit mußte sie wieder mehr klettern und die Umgebung erforderte all ihre Konzentration, so dass sie ihren Gesang unbeendet abgebrochen hatte. Mehrfach war sie am losen Gestein abgerutscht und hatte sich weitere Schürfwunden und Kratzer zugezogen. Ihre Finger fühlten sich steif und wund an und auf der Stirn hatte sie einen langen, blutigen Kratzer, den sie sich, als sie gegen eine Felswand gestoßen war, zugezogen hatte. Glücklicherweise behinderte noch keine der Verletzungen sie und sie kam den Umständen nach recht gut voran. Inzwischen war es fast dunkel und sie konnte kaum noch ihre Umgebung erkennen.
Nach Stunden, jedenfalls kam es ihr so vor, gingen die beiden Monde von Prakit, deren Namen sie nicht kannte, am Himmel auf und ihre Sicht verbesserte sich etwas. Inzwischen war sie durchgefroren und zitterte am ganzen Körper, doch sie wollte nicht aufgeben, sie spürte, dass sie nun ihrem Ziel schon sehr Nahe sein musste. Sie zog sich einen weiteren Vorsprung hinauf und zog sich einen weiteren Riss in ihrer Robe zu. Sie nahm das leise, unangenehme Geräusch schon gar nicht mehr war, inzwischen wirkte sie schon ziemlich mitgenommen. Ihr Atem ging stoßweise, während sie sich müde umblickte. Vor ihr befand sich ein kleineres Plateau, auf dem sich eine der Spitzen des Berges befand. Ein dunkler Fleck lis Chiyokos augen aufblitzen und sie rappelte sich auf. Müde stolperte sie nach vorne, denn jede Faser in ihrem Körper schrie nach Erholung und Schlaf. Doch das waren Dinge, die sie ihm jetzt nicht geben konnte und wollte. Sie blickte such um, um sie herum um halbdunkel des in Mondlicht getauchten Plateaus wanderten die Schatten gespenstisch um sie herum und immer wieder glaubte sie eine Bewegung erkannt zu haben. Sie schüttelte ihren Kopf und bewegte sich auf den dunklen Fleck zu. Sie hoffte, dass es eine Höhle oder ähnliches war, ein Ort, an dem sie diese Kristalle finden konnte. Laut Karte mußte es irgendwo hier in der Umgebung sein. Ein leises, nicht definierbares Geräusch lies sie aufschrecken. Doch so sehr sie die Umgebung sondierte, sie konnte nichts entdecken. Dennoch fühlte sie sich wie ein kleines Kind, dass man alleine in eine Geisterbahn gesperrt hatte. Sie setzte ihren Weg fort und erreichte den Eingang zu einer Höhle. Sie konnte sich ein erleichtertes Seufzen nicht verkneifen und betrat diese sogleich. Trotz ihrer Müdigkeit zwang sie sich zu erhöhter Aufmerksamkeit, denn sie hatte nichts, mit dem sie Licht erzeugen konnte. Es war stockdunkel und sie tastete sich langsam an der Höhlenwand, immer an der rechten Seite haltend, entlang. Immer wieder stolperte sie über etwas. Sie spürte, dass die Luft feuchter wurde und spürte wieder den Durst in ihrer Kehle aufbrennen. Leise fluchend setzte sie ihren Weg fort, als sie weit vor sich ein schwaches Licht erkannte. Sie beschleunigte ihren Schritt und bereute dies kurz darauf, als sie der Länge nach vorne hinfiel und sich den linken Arm an einem Stein oder ähnlichem anschlug. Tränen vor Schmerz schossen ihr in die Augen, während sie sich erneut fluchend aufrappelte. Langsam tastete sie sich den Unterarm ab, er schien nicht gebrochen zu sein. 'Warscheinlich angeknackst oder so...' sagte sie sich selber und setze ihren Weg nun wieder vorsichtiger vort. Nach einer gefühlten Ewigkeit trat sie in eine schwach erhellte Höhle. Sie konnte an der Decke verschieden große Stalaktiten erkennen. Doch ihre Hoffnung auf Wasser wurde jäh zerstört, als sie erkannte, dass diese Stalaktiten schon vor langer Zeit zu wachsen aufgehört hatten. Sie waren ein Zeugnis vergangener Zeiten oder kurzer Epochen von Feuchtigkeit, sie wußte es nicht und es kümmerte sie nicht weiter, jetzt, wo sie erkannt hatte, dass es kein Wasser gab. Sie suchte so konzentriert wie möglich die Höhle nach dem Ursprung des Lichtes ab und entdeckte schwach floreszierendes Gestein. Wieder hielt sie inne. Sie glaubte einen Schatten im Augenwinkel gesehen zu haben, doch sie konnte beim besten Willen nichts entdecken. Sie rieb sich die Augen, die ihr nun immer wieder zufallen wollten und ging weiter, als sie erkannte, dass das Leuchten nicht von Gestein sondern von den Kristallen, die sie suchen sollte, kam. Kaum hatte sie den Kristall erreicht, sah sie sich einem erneuten Problem gegenüber. Die Kristalle wuchsen aus dem Boden, doch sie hatte kein Werkzeug, diese herauszuschlagen, also begann sie die Höhle nach freiliegenden oder herumliegenden Kristallen abzusuchen.
Immer wieder übermannte sie die Müdigkeit und der Hunger, gepaart mit Durst und mit jeder verstreichenden Stunde spürte sie die Kraft aus ihren Gliedern weichen. Sie suchte schon fast eine Stunde, als sie einen fast freiligenden Kristall fand. Er war wunderschön und sie mußte nur etwas ziehn, um ihn komplett aus dem Boden zu bekommen. Es war fast zu einfach und sie konnte es kaum glauben, dass er auch groß genug war. Fest umklammert drückte sie ihn an sich und stolperte wieder zu dem Gang, über den sie die Grotte betreten hatte. Langsam tastete sie sich dem Ausgang entgegen, als sie wieder etwas hörte, doch das Geräusch war zu leise gewesen, um es genauer zu zuordnen. Tabsend war das einzigste, was ihr dazu einfiel. Sie schüttelte den Kopf und fand den Ausgang, sich nun links haltend, nach einiger Zeit wieder. 'Vermutlich gab es nur den einen Gang...' sagte sie zu sich und hustete, weil ihr Hals schon viel zu trocken zum Sprechen geworden war. Ihre Stimme klang rauh und brüchig, als hätte sie zu lange gefeiert. 'Schön wärs.' murmelte sie und bereute es sofort, als sich ihre Lungen zusammenzogen und sie einen Hustenanfall unterdrücken mußte. Sie beschloss, ihren Mund zuhalten und wunderte sich darüber, weshalb sie überhaupt gesprochen hatte. 'Vermutlich weil ich alleine bin, Gespenster sehe und höre und das alles total verrückt ist...' dachte sie bei sich und blickte in die Ferne. Es dämmerte bereits. Einerseits war sie froh, bald wieder richtiges Licht erblicken zu dürfen, andererseits errinnerte sie das daran, wie wenig Zeit ihr blieb. Die Abstände, in denen sie etwas zu sehen oder zu hören glaubte, wurden immer kleiner und ihr Körper weigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr, weiter zu machen.
Dennoch hatte sie es irgendwie geschafft, den Weg wieder nach unten zu klettern. Fast unten angekommen, brach die Felskannte, auf der sie stand, ab und sie rutschte mitsamt den Brocken mehrere Meter die schräge Wand hinab und fiel rollend rumpelnd zu Boden. Fast wäre ihr der Kristall entglitten, doch sie schaffte es, ihn in ihrer Umklammerung zu behalten. Erschöpft rappelte sie sich auf und ignorierte die neuen Schrammen und blauen Flecke, als sie ihren Weg fortsetzte. Immer wieder glaubte sie, etwas gesehen oder gehört zu haben, doch um sie herum war nur Gestein und Kälte. Sie spürte, dass sie immer langsamer wurde und trieb sich mit eisernem Willen voran. Es war später Nachmittag, als sie die größeren Schluchten erreichte. Sie würde wieder viel klettern müssen und wollte möglichst viel davon schaffen, bevor es endgültig dunkel war. Plötzlich konnte sie etwas hören, doch es war nicht der Wind oder herabfallende Steine, es war ein neues Geräusch, das wie ledrige Flügelschläge klang. Schnell blickte sie sich um und konnte gerade noch einem Paar Klauen, die nach ihr packten, entgehen. Hastig blickte sie sich nach losem Gestein um und stolperte ihnen entgegen, als das fliegende Wesen schon kehrt machte und einen neuen Anflug startete. Grimmig packte sie die Steine und warf sie dem Wesen, das eine Art Flugechse zu sein schien. Sie traf es zweimal am Flügel, der dritte Wurf ging ins Leere, dann war es schon an ihr vorbei, um zu wenden. Entschlossen packte Chiyoko den letzten Stein und umklammerte ihn so stark, dass die Haut ihrer Knöchel weiß wurde. Mit einem markerschüttertem Schrei stürtze sich das Wesen auf sie und bevor sie reagieren konnte, lag sie auf dem Rücken und vesuchte sich vor den scharfen Krallen und dem spitzen Schnabel zu schützen. Ihre Arme bluteten schon und sie schrei auf, als es ihr eine tiefe Wunde an der Stirb beibrachte. Wütend schlug sie dem Wesen den Stein gegen den Schädel, immer wieder, bis es irgendwann in sich zusammensackte und die junge Frau es von sich herunterwuchten konnte. Schwer atment blickte sie in den Himmel, doch es war nichts mehr zu sehen. Vermutlich war dies ein einsamer Jäger gewesen, das erste lebendige, dass Chiyoko, seit sie den Turm verlassen hatte, überhaupt gesehn hatte und langsam grübelte sie darüber nach, ob es sie vielleicht seit der Höhle verfolgt haben könnte. Was für eine Rolle spielte das schon. Sie blieb einige Momente liegen und wäre beinahe dabei eingenickt, der Schlaf schien so verlockend, er würde sie vom Hunger- und Durstgefühl befrein, sie würde die Schmerzen ihrer Verletzungen zumindest für kurze Zeit vergessen können. 'Müde...' murmelte sie leise und setzte sich ruckartig auf. 'Nein!' schrie sie sich selbst an und rappelte sich auf.
Sie kletterte die ganze Nacht durch und sie glaubte viel länger als auf dem Hinweg gebraucht zu haben. Die spitzen Felsen und Spalten wollten einfach nicht enden und langsam verließen sie ihre letzten Kräfte, Sie wollte schreien, doch sie fand ihre Stimme nicht, sie wollte weinen, doch sie hatte keine Tränen mehr. Wütend biss sie sich auf die Lippe und jede Faser ihres Körpers weigerte sich weiterzumachen. Doch immer wieder schaffte sie es, einen weiteren Schritt zu tun, und der Kristall gab ihr ein wenig Zuversicht. Sie war sich sicher, dass das alles hier nur ein Test sein konnte, doch sie wollte ihn schaffen, den Inquisitor nicht enttäuschen, was auch immer er damit bezweckte. Als der Morgen graute, hatte sie die Schluchten überwunden. Nun würde es zwar beständig bergauf gehen, doch sie würde kaum klettern müssen und leicht vorankommen. Nun konnte sie den Turm immer besser sehen und mit diesem Ziel vor Augen überbrückte sie auch die letzten Stunden. Sie konnte es kaum glauben, als sie die Tore fast erreicht hatte. Ihre Knie wollten ihr schon versagen, doch sie schleppte sich immer weiter, bis sie das Tor erreichte und es ihr geöffnet würde. Hunger, Durst, Müdigkeit, all das spielte gerade keine Rolle, nur eines zählte: Sie hatte es geschafft und war mit einem Kristall zurückgekehrt. Chiyoko folgte dem Gang, an dessem Ende sie ihn schon abwartend stehen sehen konnte.